Schwerelos zur Tiefenentspannung
Warum Massagen im Wasser mehr sind als ein Wellness-Trend
Quelle: Thomas Straub
Dr. Imke König, Medical Spa Director
Zwischen Wärme, Auftrieb und sanften Bewegungen entsteht im Wasser eine Form der Massage, die an Land kaum möglich wäre. In Schloss Elmau wird diese besondere Therapieform im 35 Grad warmen Solepool praktiziert – mit Techniken, die Entlastung, Mobilisation und tiefe Ruhe miteinander verbinden.
Wasser-Gymnastik gibt es schon seit der Antike, aber aktive Bewegungen waren bei den kühleren Temperaturen immer notwendig, damit Gäste nicht frieren. Mit der steigenden Popularität von warmen Thermalbädern im letzten Jahrhundert wurde dann der Grundstein für passive Behandlungen im Wasser gelegt. Seit dieser Zeit wird die Wirkung von warmem Wasser auf Psyche, Haut und Körper erforscht. Die Vorteile der Wärme und des Auftriebs für Schmerzlinderung, Gelenksbeweglichkeit und Tiefenentspannung waren sofort sichtbar. Die Wirkungen auf den Blutdruck, Stresshormone, Stoffwechsel und die Nierenfunktion wurden in Studien nachgewiesen. Verschiedene Hauterkrankungen und rheumatische Erkrankungen reagierten ebenfalls positiv auf warme Bäder.
Shantigiri Spa Retreat
Quelle: Timo Meier
Massagen im Wasser – genial oder überflüssig?
Und schon bald wurden rudimentäre Angebote mit reinem Floating, ob auf Schwimmhilfen oder in hochkonzentrierter Sole wie im Toten Meer, überwiegend unter dem Aspekt der Tiefenentspannung vermarktet. Bis erste Therapeuten von der Massageliege in warmes Wasser wechselten. Die Pioniere waren innovative Shiatsu-Therapeuten, die ihre Arbeit im Wasser dann auch Wassershiatsu (Watsu) nannten. Im Watsu werden die Gäste von den Therapeuten im Wasser getragen und bewegt. Da hier ohne Schwimmhilfen gearbeitet wird, ist nur begrenzt echte manuelle Massage möglich, weil der Therapeut keine Hände frei hat.
Die Herausforderung bestand nun darin, die Gäste so zu lagern, dass sie sich vollkommen entspannen konnten, ohne Angst zu haben, mit dem Kopf unter Wasser zu geraten. Diese Probleme verlangten nach innovativen Schwimmhilfen, die den Gast optimal stabilisieren – auch während intensiver Massage und Bewegung in Rückenlage. Schmerzpatienten und Physiotherapeuten suchten lange nach Lösungen, um im Wasser manuell arbeiten zu können.
Für die Physio Floating Massage hat Frau Dr. König ein spezielles therapeutisches Auftriebskissen entwickelt. Drei Luftkammern sind so angeordnet, dass der Winkel der Halswirbelsäule individuell eingestellt werden kann und der Kopf von allen Seiten durch das Kissen geschützt wird. Zusätzlich wird eine Auftriebshilfe unter den Knien platziert, sodass der Gast wie auf einer Relaxliege in Rückenlage im Wasser schwebt. Durch die gebeugte Hüfte wird die Wirbelsäule maximal entlastet und der gesamte Körper ist für den Therapeuten im Wasser frei zugänglich.
Allein durch diese Lagerung erfahren Schmerzpatienten eine sofortige Linderung, Schwangere eine unmittelbare Entlastung und viele gestresste Gäste können endlich vollständig loslassen. In der Physio Floating Massage wird mit dreidimensionalen spiraldynamischen Mobilisationen der Schultern, Hüfte und Wirbelsäule gearbeitet. Rücken, Nacken, Arme, Beine, Füße und Hüften werden massiert, Dehnungen physiologisch mit dem Wasserwiderstand durchgeführt und Unterwasserwellen erzeugen sensorische Reize auf der Hautoberfläche, die tief entspannen. Viele dieser Techniken lassen sich ausschließlich im Wasser durchführen. In Schloss Elmau wird diese Award-Winning-Massage im Solepool mit 35 Grad warmem Wasser angeboten.
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Source: Leopold Fiala
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