Kulinarischer G7-Gipfel

Beim Kulinarischen G7-Gipfel auf Schloss Elmau kommen einige der einflussreichsten Köche der europäischen Haute Cuisine zusammen.

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An einem Ort, an dem bereits politische Gipfel Geschichte geschrieben haben, verwandelt sich dieser Abend in ein Gespräch über Geschmack, Haltung, Erinnerung und kreative Identität. 15 Michelin-Sterne, acht außergewöhnliche Spitzenköche und ein gemeinsames Versprechen: kulinarische Exzellenz auf allerhöchstem Niveau. Für diesen Blog haben wir einigen unserer acht Spitzenköche drei Fragen gestellt – über Erinnerungen, Verantwortung und die Zukunft der Haute Cuisine sowie über die Gerichte, die ihre ganz persönliche Handschrift tragen.

Quelle: Pieter D’Hoop

Drei Fragen an ...

… Nik Briel ** | THE JANE (BE)

Was macht deine Küche so besonders?
Wir kreieren ein kulinarisches Erlebnis, bei dem es nicht nur um das Essen oder meine Küche geht – wir versuchen, unsere eigene Welt zu erschaffen. Einen Ort, an dem meine Küche auf außergewöhnliche Gastfreundschaft trifft, auf eine fantastische Kulisse und einen dynamischen Raum, in dem die Menschen visuell, akustisch und durch atemberaubendes Essen unterhalten werden. Ich sehe mich selbst eher als Gastronom denn als Koch und konzentriere mich auf das Gesamterlebnis.

Welche Verantwortung trägt die Haute Cuisine heute?
Saisonal, lokal, geschmacksintensiv und bedeutungsvoll zu sein. Zutaten bewusst zu beschaffen, die Jahreszeiten zu respektieren und bei meinen Gerichten ein Verhältnis zu etablieren, bei dem Gemüse eine gleichwertige Rolle einnimmt und mindestens 50 % des Essens ausmacht. Ein moderner Ansatz, ohne die Traditionen zu vergessen. Der Geschmack kommt zuerst, danach die Optik und das Styling. Das Wohl der Gäste steht über der eigenen Selbstdarstellung.

Welche Zutat symbolisiert für dich die Zukunft und warum?
Ich freue mich zu sehen, dass Regionalität und Saisonalität zur Norm werden. Gemüse wird geschätzt und kurze Lieferketten sowie eine lokale Denkweise übernehmen die Führung. Das ist die Dynamik, die wir verstehen müssen. Ohne dabei den Blick für köstliches Essen zu verlieren oder es darin zu übertreiben, sondern indem wir unser Wissen nutzen, um es besser zu machen. Wir brauchen Pioniere in unserem Bereich, die ständig Grenzen verschieben, um anderen Köchen zu zeigen, wie wir uns weiterentwickeln können – ohne dass man ausschließlich progressive Küche servieren muss. Aber diese Pioniere müssen eben Grenzen verschieben, damit wir verstehen, wie die Evolution funktioniert.

Quelle: PR

Drei Fragen an ...

Guido Braeken ** | CREATE NL

Was macht deine Küche so besonders?
Ich lasse jede Zutat für sich selbst sprechen. In meinen Gerichten suche ich nach Tiefe, Präzision und Balance. Ich stelle sicher, dass jede Komponente einen Zweck erfüllt und sich alles zu einer natürlichen Harmonie zusammenfügt.

Gibt es eine Erinnerung, die dir beim Kochen immer wieder in den Sinn kommt?
Für mich ist es unerlässlich, dass jeder Gast bei jedem Besuch die gleiche Qualität und das gleiche Maß an Gastfreundschaft erlebt. Konstanz und Verlässlichkeit sind das A und O. Wenn Gäste mein Restaurant vollkommen zufrieden verlassen, ist das die schönste Erinnerung und das größte Kompliment.

Welches Gericht beschreibt dich besser als jeder Lebenslauf?
Die Kaisergranat (Langoustine) ist ohne Zweifel mein Signature-Gericht. Sie steht immer auf meiner Karte, aber ich interpretiere sie jede Saison neu, um die Aromen und die Stimmung des jeweiligen Moments widerzuspiegeln.

Quelle: PR

Drei Fragen an ...

… Silvio Nickol ** | SILVIO NICKOL (AT)

Welches Gericht beschreibt dich besser als jeder Lebenslauf?
Der „Leberwald“ ist mein Signature-Gericht. Er spiegelt meinen persönlichen Stil und meine tiefe Verbundenheit zur Natur wider. In meiner Freizeit verbringe ich viel Zeit im Freien, nehme meine Umgebung in mich auf und finde dort Ruhe. Genau diese Atmosphäre wollte ich in diesem Gericht einfangen.

Was inspiriert dich mehr: Deine Herkunft oder die Neugier?
Definitiv die Neugier. Mein Motto „Pflege deine Neugier“ leitet mich jeden Tag. Es treibt mich an, Dinge zu hinterfragen, neue Techniken zu entdecken und ständig zu wachsen – als Koch und als Mensch.

Welche Zutat symbolisiert deiner Meinung nach die Zukunft am besten und warum?
Leidenschaft. Für mich ist sie die wichtigste Zutat von allen. Ohne Leidenschaft fehlt einem Gericht die Seele. Besonders mit Blick auf die Zukunft ist es entscheidend, mit Hingabe und Begeisterung zu arbeiten. Nur so kann man etwas erschaffen, das die Menschen im Innersten berührt.

Quelle: Claes Bech-Poulsen/Mario Heller

Drei Fragen an ...

… Philipp Vogel | Orania.Berlin 

Was macht deine Küche so besonders?
Ich habe in vielen verschiedenen Ländern und Kulturen gekocht und dabei die Aromen und Techniken aufgesaugt, die ich am interessantesten fand. In unserer Küche zelebrieren wir diese auf eine nahbare und unkomplizierte Art und Weise.

Welche Zutat symbolisiert deiner Meinung nach die Zukunft am besten und warum?
Die wichtigsten Zutaten, die mich mein ganzes Leben lang begleitet haben, sind Spaß und Toleranz. Das kann man auf alles anwenden: auf die Art, wie wir arbeiten, sowie auf das, was wir verarbeiten und wie wir es tun.

Welches Gericht beschreibt dich besser als jeder Lebenslauf?
Das ist eine schwierige Frage. Meine Frau würde wahrscheinlich sagen „Himmel und Ääd“ (Himmel und Erde) – ein klassisches Kölner Gericht, das bodenständig, vielseitig und einfach unglaublich lecker ist! 😉

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