Die Magie der Musik im August

Große Persönlichkeiten und außergewöhnliche Begegnungen

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Der August auf Schloss Elmau steht ganz im Zeichen musikalischer Neugier. Internationale Ausnahmekünstlerinnen und -künstler eröffnen neue Perspektiven auf Klassik und Jazz, begegnen einander im kammermusikalischen Dialog und lassen Musik unmittelbar im Moment entstehen. Drei besondere Konzertprojekte laden dazu ein, bekannte Werke neu zu hören und seltene Konstellationen in der einzigartigen Atmosphäre von Schloss Elmau zu erleben.

1 August | Carolin & David Kebekus

Samstag, 1 August | Carolin und David Kebekus

Carolin und David Kebekus stehen erstmals gemeinsam auf der Elmauer Bühne – als Geschwister, die das genaue Beobachten, die Freude am Widerspruch und die Kunst der überraschenden Pointe verbindet. Beide präsentieren eigene Programme und begegnen sich zugleich im gemeinsamen Spiel.

Guter Humor bestätigt nicht, was wir ohnehin schon denken. Er bringt Gewissheiten ins Wanken, entlarvt Widersprüche und eröffnet für einen Augenblick eine andere Sicht auf die Welt. Vielleicht liegt darin seine befreiende Kraft: Wir lachen nicht, weil alles harmlos is

Dienstag, 4 August | Ganes

Die Musik von Ganes beginnt in den Dolomiten doch sie bleibt dort nicht stehen. In ihren Liedern verbinden die Südtiroler Musikerinnen die ladinische Sprache und Kultur mit zeitgenössischer Poesie, Weltmusik und neuen Klängen.

Ihr Programm „Vives!“ ist eine Aufforderung zum Leben: kraftvoll und zärtlich, erdverbunden und weltoffen. Ein Konzert, das zeigt, dass Heimat kein abgeschlossener Ort sein muss, sondern eine Sprache, die sich immer wieder neu erfinden kann.

6 August | Janine Jansen & Friends

Donnerstag, 6 August | Janine Jansen & Friends

Janine Jansen und Denis Kozhukhin verbindet eine langjährige musikalische Partnerschaft. In Schloss Elmau widmen sie sich Violinsonaten von Beethoven und Brahms – Werken, in denen Virtuosität niemals Selbstzweck ist, sondern Voraussetzung für ein Gespräch ohne Worte.

Wenn Violine und Klavier einander nicht begleiten, sondern zuhören, entsteht jene seltene Form musikalischer Nähe, in der zwei eigenständige Stimmen für einen Augenblick wie eine einzige erscheinen.

Samstag, 8 August | Janine Jansen & Friends

Janine Jansen, Daniel Blendulf und Denis Kozhukhin spielen Schuberts großes Klaviertrio in Es-Dur. Ein Werk von überwältigender Schönheit, in dem sich Leichtigkeit und Melancholie, Hoffnung und Abschied untrennbar miteinander verbinden.

Schuberts Musik scheint von einer Welt zu erzählen, die bereits im Augenblick ihres Entstehens verloren geht. Vielleicht liegt gerade darin ihre zeitlose Kraft: Sie erinnert uns daran, wie kostbar alles ist, was nicht bleiben kann.

Dienstag, 11 August | Pablo Ferrández

Mit den Suiten für Violoncello solo schuf Johann Sebastian Bach Musik, die weder Orchester noch große Bühne benötigt. Eine einzige Stimme genügt, um einen ganzen Kosmos aus Bewegung, Ordnung und Emotion entstehen zu lassen.

Der spanische Cellist Pablo Ferrández begegnet diesen Werken mit technischer Souveränität und großer Ausdruckskraft. Ein Abend, an dem das Violoncello nicht nur singt, sondern fragt, zweifelt, tanzt und zu sich selbst findet.

13 & 15 August | Ein Wochenende mit Avi Avital 

Donnerstag, 13 August | Ein Wochenende mit Avi Avital 

Die Mandoline wurde lange mit volkstümlicher Musik und mediterraner Leichtigkeit verbunden. In den Händen von Avi Avital wird sie zu einem Instrument von erstaunlicher Tiefe, Klarheit und dramatischer Kraft.

Gemeinsam mit dem Cembalisten Sebastian Wienand spielt er Werke von Scarlatti, Vivaldi und Bach. Dabei geht es nicht um historische Rekonstruktion, sondern um lebendige Verwandlung: Musik aus vergangenen Jahrhunderten erscheint plötzlich gegenwärtig, unmittelbar und neu.

Samstag, 15 August | Ein Wochenende mit Avi Avital 

Avi Avital kennt keine Berührungsängste. Gemeinsam mit Leo Rondón am venezolanischen Cuatro und Mario Capodicasa am Kontrabass führt er die Mandoline aus dem klassischen Konzertsaal hinaus in eine Welt voller Rhythmen, Farben und improvisatorischer Freiheit.

Unterschiedliche musikalische Traditionen begegnen einander dabei nicht als Gegensätze. Sie werden Teil eines gemeinsamen Dialogs – und zeigen, dass musikalische Grenzen häufig nur so lange existieren, bis außergewöhnliche Musiker sie überschreiten.

17 – 20 August | Konzerte & Masterclasses Gautier Capuçon

Montag, 17 August | Konzerte & Masterclasses Gautier Capuçon

Gautier Capuçon zählt zu den bedeutendsten Cellisten unserer Zeit. Zum Auftakt seiner Konzerte und Masterclasses ist er gemeinsam mit seinem langjährigen Klavierpartner Frank Braley zu erleben.

Mit Werken von Fauré, Debussy, Messiaen und Poulenc entfalten beide ein Panorama französischer Musik: elegant und sinnlich, spirituell und radikal. Zugleich eröffnet dieses Konzert eine Woche, in der musikalische Meisterschaft nicht nur präsentiert, sondern an eine neue Generation weitergegeben wird.

Dienstag, 18 August | Konzerte & Masterclasses Gautier Capuçon

Vielleicht nicht mit einem Wettbewerb oder einem Vertrag, sondern mit jenem Augenblick, in dem eine eigene musikalische Stimme hörbar wird. Im ersten Konzert der Stipendiatinnen und Stipendiaten der Fondation Gautier Capuçon präsentieren sich herausragende junge Streicher und Pianisten solistisch und in verschiedenen Kammermusikformationen.

An ihrer Seite stehen Gautier Capuçon und Frank Braley. Erfahrung und Aufbruch begegnen einander – nicht als Hierarchie, sondern als gemeinsames musikalisches Wagnis.

Mittwoch, 19 August | Konzerte & Masterclasses Gautier Capuçon

Am Vormittag wird geprobt, gefragt, verworfen und neu begonnen. Am Abend verwandelt sich die gemeinsame Arbeit in ein Konzert. Die jungen Musikerinnen und Musiker der Fondation Gautier Capuçon präsentieren Werke, die sie in den öffentlichen Meisterkursen erarbeitet haben.

So wird nicht nur das Ergebnis hörbar, sondern auch der Weg dorthin: die Suche nach einem Klang, einer Haltung und einer eigenen Interpretation. Musik erscheint nicht als fertiges Kunstwerk, sondern als fortwährender Prozess.

Donnerstag, 20 August | Konzerte & Masterclasses Gautier Capuçon

Den großen Namen, den Institutionen und Traditionen – oder den jungen Künstlerinnen und Künstlern, die bereit sind, all dies neu zu befragen? Im dritten Konzert der Reihe präsentieren sich die Stipendiaten der Fondation Gautier Capuçon solistisch, im Duo und im Trio.

Gemeinsam mit Gautier Capuçon und Frank Braley zeigen sie, dass Förderung mehr bedeutet als technische Perfektion. Sie schafft den Freiraum, in dem Talent zu Persönlichkeit und Können zu künstlerischer Verantwortung werden kann.

Samstag, 22 August | Fleur Barron & Friends

„Spring Snow“ verbindet Schuberts „Winterreise“ mit der Erzählwelt des japanischen Kabuki-Theaters. Im Zentrum beider Werke stehen Liebe, Verlust und ein Mensch, der zwischen Erinnerung und Wirklichkeit seinen Weg sucht.

Die Mezzosopranistin Fleur Barron begegnet Schuberts Liederzyklus gemeinsam mit Musikern, Schauspielern und Tänzern aus unterschiedlichen Traditionen. So entsteht keine bloße Verschmelzung der Kulturen, sondern ein Dialog über jene Erfahrungen, die Menschen über Zeiten und Kontinente hinweg miteinander verbinden.

Dienstag, 25 August | Buchvorstellung & Gespräch mit
Katja Gloger und Georg Mascolo

In ihrem Buch Das Versagen – Eine investigative Geschichte der deutschen Russlandpolitik untersuchen Katja Gloger und Georg Mascolo, wie Warnungen über Jahrzehnte ignoriert, Abhängigkeiten geschaffen und kritische Stimmen verdrängt wurden. In Schloss Elmau sprechen die Russlandexpertin und der ehemalige Spiegel-Chefredakteur mit Wolfgang Schmidt über die Ergebnisse ihrer aufsehenerregenden Recherche.

Ihre Analyse handelt nicht nur von politischen Fehlentscheidungen. Sie stellt eine grundsätzlichere Frage: Warum halten Gesellschaften so lange an einem vertrauten Weltbild fest, selbst wenn die Wirklichkeit ihm längst widerspricht? Die Antwort ist unbequem – und gerade deshalb unverzichtbar für das Verständnis unserer Gegenwart.

27 & 29 August | Ein langes Wochenende mit Michael Wollny

Donnerstag, 27 August | Ein langes Wochenende mit Michael Wollny

Michael Wollny und Émile Parisien gehören zu den eigenständigsten Stimmen des europäischen Jazz. Der eine verwandelt das Klavier in ein ganzes Orchester, der andere lässt das Sopransaxophon flüstern, singen und explodieren.

In ihrer Begegnung geht es nicht um festgelegte Rollen, sondern um Aufmerksamkeit und spontane Reaktion. Jeder Ton kann eine neue Richtung eröffnen. Jazz wird hier zu einer Kunst des Augenblicks – unwiederholbar, riskant und vollkommen gegenwärtig.

Samstag, 29 August | Ein langes Wochenende mit Michael Wollny

Unter dem Titel „Into the Unknown“ treffen Michael Wollny und der Percussionist Alexej Gerassimez erstmals aufeinander. Klavier und Schlagwerk bilden dabei keine gewöhnliche Duo-Besetzung, sondern ein nahezu grenzenloses Labor aus Rhythmus, Klang und Stille.

Beide Musiker verbindet die Lust am Experiment und die Fähigkeit, Virtuosität in Fantasie zu verwandeln. Ein Konzert ohne vertraute Landkarte – und gerade deshalb eine Einladung, das Hören neu zu entdecken.

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Konzertsaal Schloss Elmau

Quelle: Leopold Fiala

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