Spitzenküche mit 15 Sternen

Genuss und Küchenphilosophie vor prachtvoller Bergkulisse. Zum zweiten kulinarischen G7-Gipfel kamen sieben Top-Köche ins Schloss Elmau. 2-Sterner Christoph Rainer führte Regie.

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Quelle: Schelke Photography

Guido Braeken, Nick Bril, Philipp Vogel, Chris Rainer, Heiko Nieder, Jeremy Chan, Silvio Nickol, Christoph Rüffer (v.l.n.r)

Großes Sterneaufgebot im Schloss Elmau Luxury Spa Retreat & Cultural Hideaway. Zum zweiten kulinarischen G7-Gipfel am letzten Juni-Sonntag begrüßten Hotelchef Dietmar Mueller- Elmau und Christoph Rainer, Küchenchef des hauseigenen 2-Sterne-Restaurants Ikigai, sieben Spitzenköche aus Deutschland und dem europäischen Ausland. Rund 200 zahlende Gäste nahmen an dem Event teil, die meisten übernachteten im Haus und hatten ihr Gipfel-Ticket bereits lange im Voraus gebucht – zum Preis von 349 Euro inklusive sämtlicher Getränke.

„Auch diesmal waren wieder viele Locals dabei“, freute sich Marketingdirektorin Naomi Jödicke. Für das kulinarische Ereignis im Schloss wurde in der Region explizit geworben – das kam offensichtlich an. Nach dem erfolgreichen Debüt im vergangenen Jahr waren die Erwartungen an den diesjährigen Gipfel groß. Niemand wurde enttäuscht, auch weil das Line-up erneut hochkarätig war. Insgesamt 15 Michelin-Sterne waren vor Ort versammelt, Freunde und gute Kollegen aus Christoph Rainers Netzwerk: Mit dabei waren die 2-Sterne-Köche Jeremy Chan, Ikoyi (London), Guido Braeken, Create (Eijsden/NL), Nick Bril, The Jane (Antwerpen/ BE), Heiko Nieder, The Restaurant (Zürich) und Silvio Nickol, Restaurant Silvio Nickol (Wien), außerdem 3-Sterne-Koch Christoph Rüffer, Haerlin (Hamburg), sowie Philipp Vogel, Küchenchef des Orania Restaurants in Berlin. Dazu: Ausgewählte Partner und Produzenten des Hauses, darunter Top-Sponsor N25 Caviar, Otto Gourmet, Kochstoff, Valrhona, Segafredo, Suntory, Champagner Deutz, die Weingüter Aldinger (Württemberg) und Kollwentz (Burgenland), die Fattoria Nittardi (Toskana) und die Manufaktur Jörg Geiger (Württemberg). Bemerkenswert: Auch die badische Rothaus-Brauerei zeigte beherzt Flagge – Bayerns Brauer hatten das Nachsehen.

Aperitif, Flying Fingerfood, verschiedene Cooking- Stationen, ein Sushi- und Dessert-Buffet sowie Philipp Vogels BBQ-Station im Freien prägten den Ablauf des perfekt organisierten Abends. Aufgetischt wurde Feinstes – vom Thunfisch mit Auster, Brot-Miso und Kaviar (Nick Bril) über Wagyu mit Kohl, Sesam und Kimchi-Gewürz (Heiko Nieder) und Sommerreh mit Kampot-Pfeffer, Kirschessigjus, Pilzcreme und Fichtenöl (Christoph Rüffer) bis hin zu Carabiniero mit Melone, Yuzu und Verbene (Christoph Rainer). „Unser Küchenchef fungiert beim kulinarischen G7-Gipfel als Dirigent, er hat das gesamte Angebot im Blick und sorgt für die perfekte Abstimmung“, beschreibt Marketingchefin Naomi Jödicke die Vorgehensweise. Die an den verschiedenen Kochstationen servierten Speisen harmonierten – oder divergierten bewusst. Eine kulinarische Sinfonie, ein Ineinandergreifen der geschmacklichen Optionen.

Fotos: Schelke Photography

Dennoch wollte sich der kulinarische G7-Gipfel mitnichten als Küchenparty oder society-trächtige Genuss-Parade verstanden wissen. Ziel war vielmehr der Erkenntnisgewinn und der Dialog – unter den Köchen, mit den Köchen, unter den Gästen. „Wie denken Spitzenköche heute über Nachhaltigkeit, Handwerk und Kreativität? Welche Zutaten sind Favoriten? Wie sieht zeitgemäße Gourmetküche aus, und was steht künftig auf der Karte?“ Fragen wie diese wurden an die Protagonisten des Abends herangetragen – und vielfach beantwortet.

Dabei sein lohnt sich für alle Beteiligten

Rund 35 Aktive – Küchenchefs, ihre Teams sowie Zulieferer – waren zum kulinarischen G7-Gipfel angereist. Mit dem notwendigsten Equipment, schweres Gerät wurde vom Hotel bereitgestellt, ebenso die allermeisten Zutaten. Derlei Procedere braucht langfristige Planung und gewissenhafte Organisation. „Nach dem Gipfel ist vor dem Gipfel“, so Jödicke im Gespräch mit der ahgz. Kurz gesagt: Die Vorbereitungen sind aufwendig und zeitintensiv, der Personal- und Wareneinsatz erheblich.

Doch für Dietmar Mueller-Elmau und Christoph Rainer ist es offensichtlich, dass sich die Sache lohnt – für alle Beteiligten. Eine echte Win-Win-Situation. Schloss Elmau profitiere hinsichtlich seiner kulinarischen Strahlkraft, die Gastköche von begeisterten Gourmets, die womöglich bald zu Besuch sind – und Rainer selbst vom Austausch und der Pflege seines Netzwerks. „Wir machen hier viele Events mit Gastköchen“, berichtete der 2-Sterne-Koch im Frühjahr im ahgz-Interview. Unter dem Motto „Spielweg takes over“ beispielsweise werden im Oktober dieses Jahres Viktoria Fuchs, Kristin Fuchs, Johannes Fuchs und Sonja Wagner für ein Gastspiel aus dem Schwarzwald nach Krün kommen. Klar aber auch: Der kulinarische G7-Gipfel spielt im Reigen der gastronomischen Ereignisse die erste Geige. Nicht zuletzt ziehen die Macher ganz bewusst Parallelen zur großen Politik: Das Haus war 2015 und 2022 Schauplatz des G7-Gipfels – legendär das Foto mit Angela Merkel und Barack Obama auf der grünen Wiese.

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